Montag, 10. April 2017

Frankreich, ich komme! Bärlauch-Baguette und Bärlauch-Hummus

Aufmerksame Leser meines Blogs wissen vielleicht, dass mich mit Frankreich zumindest meine Arbeit in einer deutsch-französischen Kita verbindet. Ich bin fünf Tage die Woche umgeben vom charmanten Akzent meiner Kollegen, wenn sie deutsch sprechen, beziehungsweise einem wohlklingenden Wortfluss, dessen Sinn sich mir nur teilweise erschließt, wenn sie oder die Kinder französisch sprechen. 
Um Land, Leute und Sprache nun endlich mal ein bisschen besser kennen zu lernen, werden die Kinder in den nächsten Wochen kulinarisch von Eltern und Catering versorgt und ich tue endlich das, wonach ich mich schon lange sehne.
Wandern, weit wandern - (nicht auf dem Lykischen Höhenweg, wie ich es noch auf Angies Frage beim Liebster Award angedacht hatte, sondern) in Südfrankreich. 
Ob es da immer so gut mit der pflanzlichen Ernährung klappt, das wird sich zeigen. Sicher ist, dass ich das ein oder andere Baguette verzehren werde. Wenn ihr euch mit mir darauf einstimmen wollt, dann hab ich hier ein leckeres und schnelles Rezept für euch abgekupfert von "Herr Grün kocht" und passend zur Jahreszeit verfeinert mit Bärlauch. Dazu gibt es noch Bärlauch-Hummus. Très delicieux!


Rezept für 1 Baguette:
125 g Dinkelmehl 630
125 g Weizenmehl 550
7 g Sauerteig-Extrakt (z.B. von Alnatura)
170 ml lauwarmes Wasser
1 TL Salz
½ TL Zucker
nach Geschmack einige Blätter Bärlauch, in feine Streifen geschnitten

Leider habe ich kein Baguette-Blech wie Herr Grün es verwendet. Aber wenn ihr eins habt, dann könnt ihr es schon mal bereit stellen. 

Für den Bärlauch-Hummus:
1 Glas Kichererbsen, 230 g abgetropft
2 EL Olivenöl
1 TL Tahin
Saft von ½ Zitrone
je ½ TL Salz sowie gemahlener Koriander
nach Geschmack einige Blätter Bärlauch, in feine Streifen geschnitten

Wir beginnen mit dem Baguette!
Mehl, Sauerteig-Extrakt, Salz und Zucker miteinander in einer Schüssel gut vermischen. Die Hefe ins warme Wasser zerbröckeln und mit einem Löffel umrühren. Ein paar Minuten stehen lassen und dann zur Mehlmischung hinzugeben. Alles mit einem Löffel vermischen. Dann mit der Hand auf eine bemehlte Fläche legen und ca. 5 Minuten gut durchkneten. Wenn der Teig aus zu trocken ist, etwas Wasser zufügen. Ist er zu feucht, noch etwas Mehl hinein kneten.
Dann darf der Teig zugedeckt an einem warmen Ort mindestens eine Stunde ruhen.
Nach der Gehzeit werden die Bärlauchstreifen durch nochmaliges Kneten in den Teig eingearbeitet. 

Das Ganze nun durch mehrmaliges von oben und unten Zusammenklappen und -drücken sowie Ausrollen in die typische Baguettefrom bringen und in das Baguetteblech legen bzw. auf ein Blech mit Backpapier (wenn wie bei mir kein Baguetteblech vorhanden ist).




Ein bisschen Mehl drüber stäuben, mit einem Tuch bedecken und noch einmal 30 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen.
Herr Grün rät, den Ofen auf 230° C (Umluft) vorzuheizen und eine Schale mit Wasser unten in den Ofen zu stellen. Ich habe einen Gasofen und habe ihn relativ heiß eingestellt. Wer mit Gas bäckt, weiß, wie knifflig es ist, das Backwerk von unten nicht zu verbrennen, wenn man viel Hitze braucht. Also, geht nach eurer Erfahrung!
Das Baguette noch ein paar mal mit dem Messer einschneiden. Dann das Blech auf der mittleren Schiene in den Ofen schieben und ca. 15 Minuten backen bis es eine schöne Farbe hat. (Aufgrund der Tatsache, dass ich die Hitze dann auch wieder runter fahren musste, ist mein Baguette leider nicht so schön gebräunt wie das von Herrn Grün. Es hat aber trotzdem eine knackige Hülle und einen weichen Kern. C'est la vie!)

Während das Baguette nun auskühlt, könnt ihr für den Hummus alle Zutaten in eine Schüssel geben und gut miteinander pürieren. Das war's schon. Voilà, fertig ist das Oster-Frühstück! 

Samstag, 1. April 2017

"Arme Ritter" oder vielleicht doch "Toter Pirat"

Vor ein paar Tagen fragte mich Clarinette, eines der großen Mädchen in der Kita, ob ich "toter Pirat" kenne. Hm, ich dachte an einen Charakter aus einem Kinderbuch bzw. einen Serienheld, den es in meiner Kindheit noch nicht gab. Also Kopfschütteln und Gegenfrage: Wer ist das?
Clarinette erklärte daraufhin, das sei Brot, das man dann in so eine Sauce eintunkt und in der Pfanne brät. Aha, kam mir doch irgendwie bekannt vor, aber den Namen "Toter Pirat" hatte ich dafür noch nie gehört. Aber das heißt nichts, hat dieses Gericht doch unzählige Namen wie Arme Ritter, French Toast, auf Französisch übrigens Pain Perdu (verlorenes Brot), in Österreich Pofesen und irgendwo heißt es sicher auch Toter Pirat.  
Jedenfalls war Clarinette ganz angetan davon und bat mich, das doch mal zu machen. Da ich für diese Woche sowieso noch ein Dessert ausständig hatte, konnte ich ihr diesen Wunsch recht bald erfüllen. Und nicht nur sie war glücklich sondern auch der Rest der Rasselbande.
Voilà, hier das Rezept, das ich verwendet habe ...


Tote Piraten für eine 4-köpfige Familie:


8 Scheiben Vollkorntoast vegan (es geht aber auch jedes andere, vor allem auch älteres Brot)


1 reife Banane

200 ml Haferdrink 
1 gehäufter EL Mehl
1 gehäufter EL Sojamehl
1 TL Rohrohrzucker
1/2 TL Zimt
1 Prise Salz
Kokosöl

ein paar Erdbeeren

etwas Agavendicksaft sowie Vanille-Extrakt


Die Toastscheiben diagonal durch schneiden. (Wenn man sie vorher toastet, ziehen sie die Marinade schneller auf.

Die Banane schälen und in kleine Stücke brechen. In einer hohen Schüssel alle Zutaten bis auf das Kokosöl gut pürieren und ein bisschen quellen lassen.

In der Zwischenzeit die Erdbeeren in kleine Würfel schneiden und mit Agavendicksaft und Vanille vermischen. 

Die dickflüssige Marinade in einen tiefen Teller füllen. Darin nun die Toast-Dreiecke (oder Brotscheiben) von beiden Seiten ziehen lassen. Bei Toast geht es wohl schneller, altes Brot könnt ihr ruhig 1-2 Minuten ziehen lassen. Am besten macht ihr mal die Probe, indem ihr das Brot etwas zusammen drückt. Wenn es die Flüssigkeit gut aufgesogen hat, könnt ihr die Scheiben wiederum von beiden Seiten in heißem Kokosöl goldbraun rausbacken. 

Die Toten Piraten nun mit den Erdbeeren garnieren, eventuell noch etwas Ahornsirup drüber gießen und genießen!